Der Besuch des US-Präsidenten George W. Bush in Berlin im Mai 2002 bei Bundeskanzler Schröder

Das hatte sich der Koch wohl anders vorgestellt, als der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika in sein Restaurant kam.

Bereits Tage vorher hatte sich schon Deff Haupt, Chef des Berliner Restaurants "Theodor Tucher", den Kopf zerbrochen, was der mächtigste Mann der Erde wohl am liebsten essen mag. Gerne hätte er dem Präsidenten weißen Spargel vorgesetzt, wo doch gerade jetzt im Monat Mai die Spargelzeit ist.

Da die Amerikaner aber fast nur den grünen Spargel kennen und der Präsident womöglich den den weißen Spargel als zu bitter empfinden könnte, entschied sich Deff Haupt letztendlich für den "Grünen". Das Präsidenten-Menü wurde zusätzlich mit Rucolasalat und Flußkrebsen aufgewertet.

Da der Termin für das Essen auf 21 Uhr angesetzt war, begann man im "Theodor Tucher" Restaurant bereits am frühen Nachmittag mit den Vorbereitungen. Zu dem Kochteam gesellte sich von Beginn an ein Sicherheitsbeauftragter des Weißen Hauses, der sorgsam alle Vorgänge in der Küche beobachtete.

Als dann pünktlich um 21 Uhr der US-Präsident mit dem Bundeskanzler im Restaurant eintraf, hätte einem gelungenen Abendessen mit Spargel auf der Karte eigentlich nichts mehr im Wege gestanden.

Doch wie man weis, kommt es immer anders, als man denkt. Als die Gäste die Menükarte studierten, entschieden sich beide nicht für das vorbereitete Essen. Vielmehr bestellte George W. Bush einen Apfelstrudel für 4,90 Euro und Gerhard Schröder genehmigte sich eine Currywurst für 6 Euro.

Die Currywurst wurde, wie es sich für ein vornehmes Restaurant gehört, unter einer Silberglocke serviert. Zumindest hat dies für eine ausgelassene Stimmung bei den Präsidenten gesorgt, so daß beide mit Heiterkeit das Restaurant um kurz nach 22.15 Uhr wieder verließen.

Der aufwendig angerichtete grüne Spargel auf Rucolasalat und Flußkrebsen wurde anschließend vom Küchenteam persönlich verzehrt. Verdient hatten sie es nach den anstrengenden Vorbereitungen.

Und die Moral von der Geschicht ?

Wenn Präsidenten aus der Menükarte bestellen,
kann man sich als Koch alles mögliche vorstellen,
nur nicht das, was man gemeint hat, hinzustellen.

Theodor Tucher Speisekabinett & Leselounge
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