Das Kilo Spargel für 100 Euro. Ja, Sie haben richtig gelesen. Nur es handelt sich hier um den selten geernteten Hopfenspargel.

In der Hallertau nördlich von Freising (Oberbayern) werden jährlich rund 500.000 Zentner Hopfen geerntet. Das sind ein Drittel der gesamten Welternte, welche hauptsächlich die Bierbrauer abnehmen.

Mit Stützgerüsten und Drähten werden die Hopfenpflanzen auf eine Höhe von bis zu acht Meter gebracht. Neben diesem großen Arbeitsaufwand hat der stagnierende Weltmarktpreis für Hopfen einige Bauern in der Hallertau motiviert, es Ihren Vorfahren nachzumachen.

Diese hatten nicht nur die Blütendolden des Hopfens im Herbst geerntet, sondern bereits zur Frühlingszeit die "Hopfensprossen (= Hopfenspargel)".

Schon zu mittelalterlicher Zeit wurden Hopfensprossen als Gemüsse verzehrt. Mit der Zeit nahm die Nachfrage aber nach Bier immer mehr zu, so daß der Hopfenspargel zunehmend an Bedeutung für die Ernährung verlor. Die Hopfensprossen wurden dann sogar lange Zeit einfach abgebrochen und weggeschmießen.

Die in der heutigen Zeit zunehmende Beliebtheit von Hopfenspargel führte nun dazu, daß dieser nur ca. vier Wochen erntbare Spargel im April jeden Jahres zu Höchstpreisen verkauft wird.

Dabei schneidet der Landwirt im April aus dem Hopfen-Wurzelstock viele der überzähligen Sprossentriebe (Hopfenspargel) einfach ab. Für den normalen Hopfenanbau benötigt man nämlich nur rund fünf Triebe. Diese läßt der Landwirt an den Drähten nach oben emporwachsen.

Die bis zu zehn Zentimeter langen, weißen Hopfenspargel schmecken ähnlich wie der "normale" Spargel. Wegen des hohen Preises des Hopfenspargels wird dieser in erster Linie über Feinkostgeschäfte oder in "gehobenen" Restaurants verkauft.

Der hohe Preis für Hopfenspargel ergibt sich wegen dem geringen Markt-Angebot und der aufwendigen Ernte mittels Handarbeit.

Durch Direktkauf beim Landwirt zahlt man ca. 40 Euro für das Kilo Hopfenspargel. Im Feinkostgeschäft liegt der Preis allerdings schon bei ca. 60 Euro. Und für die Importware, welche aufwendig in Gewächshäusern angebaut wird, müssen Preise bis zu 130 Euro bezahlt werden.

Neben den Hopfenbauern profitieren auch die Restaurants in der Hallertau von der zunehmenden Beliebtheit des Hopfenspargels.

Hallertau, die Region zwischen Freising, Kelheim und Ingolstadt
Nördlich von München, Oberbayern

http://www.freising.de

http://www.kelheim.de

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Redaktion von Spargelzeit.de
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