Sanfter Einsatz von Mensch und Maschine für die Spargelernte

Derzeit läuft die Spargelernte auf Hochtouren. Die deutsche Spargelernte wird dabei wie jedes Jahr von vielen ausländischen Hilfskräften unterstützt. Dabei erfordert die Tätigkeit nicht nur eine gute körperliche Muskelkraft, sondern auch eine lange Ausdauerfähigkeit. So wird häufig von Sonnenaufgang bis in die Nacht hinein gearbeitet. Und selbst am Wochenende muß öfters gearbeitet werden.

Bei der meist schweren und befristeten Arbeit sind in erster Linie osteuropäische Arbeitskräfte im Einsatz. Derzeit sind in Deutschland ca. 320.000 ausländische Saisonarbeiter tätig (für Spargelernte, Erdbeerernte, etc.). Hilfskräfte, welche alle Produktionsbereiche einmal durchlaufen haben, können später sogar Organisationsaufgaben übernehmen.

Den Spargelbauern ist dabei wichtig, daß die Arbeitskräfte motiviert und je nach Ernteanfall flexibel einsetzbar sind. Und selbst für das Spargelstechen wird "Feingefühl" erwartet. Es nützt nämlich nichts, wenn eine hohe Anzahl von Spargel gestochen werden, diese Stangen aber zu kurz oder mit Verletzungen gestochen sind.

Gezahlt wird grundsätzlich der Tariflohn (von derzeit 5,83 Euro pro Stunde brutto). Zusätzlich gibt es teilweise noch Prämien für "gute Arbeitsleistung". Nach den 6-8 wöchigen Einsatz kommt ein Helfer somit auf rund 2100,- Euro.

Derzeit laufen von Seiten der Bundesagentur für Arbeit Bestrebungen, daß zukünftig auch vermehrt deutsche Arbeitskräfte zum Einsatz kommen sollen. Dazu werden dann Leiharbeitsfirmen eingerichtet, aus welchen die Landwirte benötigte Kräfte anfordern können. Zusätzlich sollen die deutschen Kräfte mittels Fitness-Training auf Ausdauer und Kraft vorab trainiert werden.

Sofern die Motivation bei den deutschen Erntehelfern auch vorhanden ist und die Beschäftigung nicht nur dem Erhalt des Arbeitslosengeldanspruchs dient, könnte damit durchaus der wachsende Bedarf an Spargel-Saisonkräften gedeckt werden können. Zudem wünschen sich Landwirte, daß die Saisonkräfte möglichst mehrere Jahre zur Verfügung stehen, weil die mühevolle Einarbeitungszeit und auch das gegenseitige Vertrauen ein großer Faktor sind.

Aktuell haben die Spargelbauern sich nicht nur auf neue Maßnahmen der Bundesagentur für Arbeit einzustellen, sondern möglicherweise auch auf gesetzliche Änderungen der Sozialversicherung mit osteuropäischen Mitarbeitern. So möchte der Staat Polen, daß seit dem EU-Beitritt am 1. April 2004 Sozialabgaben in Höhe von 48% des Lohns abgeführt werden sollen. Davon müßte der Arbeitnehmer 28% und der Arbeitgeber 20% tragen.

Ob und ab wann die neue Sozialabgaben-Regelung verbindlich ist, wird derzeit noch politisch verhandelt. Sollten diese Sozialabgaben verbindlich werden, würde der Netto-Tariflohn von rund 5,- Euro auf 3,60 Euro sinken. Möglicherweise sinkt bei zu niedrigen Löhnen dann die Bereitschaft von ausländischen Arbeitnehmern, um bei deutschen Spargelbauern zu arbeiten.

Folge könnte sein, daß sich der deutsche Spargel durch erhöhte Lohnkosten zu stark verteuert oder das deutsche Spargelbauern verstärkt die Produktion Richtung Osten verlagern. Politisch gesehen wäre deshalb zu hoffen, daß für Saisonarbeiter eine Pauschalregelung gefunden werden kann, welche für beide Seiten akzeptabel ist.

Weitere Infos zur Spargelernte auf
http://www.spargelzeit.de/derspargel-ernte.html

Informationen zu Beschäftigungsverhältnissen mit deutschen oder ausländischen Arbeitnehmern in der Landwirtschaft erhalten Sie unter folgenden Internetlinks.
http://www.arbeitsagentur.de

PDF-Merkblatt zur Vermittlung und Beschäftigung ausländischer Saisonarbeitnehmer und Schaustellergehilfen
Merkblatt downloaden - hier klicken (13 Seiten, ca. 135kB)

Neue Regelungen ab 1. Januar 2005 für landwirtschaftliche Saisonarbeiter
PDF-Presseinfo - hier klicken

Download der kostenlosen PDF-Software Adobe Reader zum Öffnen von PDF-Dateien
http://www.adobe.de

Sofern eine Beschäftigung auf Minijob-Basis erfolgt, erhalten Sie weitere Informationen unter
http://www.minijob-zentrale.de

Minijob-Kurzinfo für SGB II:
Nach dem SGB II sind Sie verpflichtet alle Möglichkeiten wahrzunehmen, um Ihre Hilfebedürftigkeit zu beenden. Ein Minijob kann gleichzeitig der Einstieg in ein reguläres Arbeitsverhältnis sein. Nutzen Sie die Chance Ihr Know-how zu erhalten und einzubringen oder um neue Berufserfahrungen zu sammeln.

Minijobs sind geringfügige Beschäftigungen, bei denen die Verdienstgrenze bis zu 400 € beträgt. Diese Beschäftigungsverhältnisse sind für Sie als Arbeitnehmer steuer- und abgabenfrei. Ihr Arbeitgeber ist verpflichtet Sie ordnungsgemäß bei der Minijob-Zentrale der Bundesknappschaft anzumelden. Dort zahlt er auch einen Pauschalbetrag für Ihre Renten- und Krankenversicherung ein.

Der Verdienst Ihres Minijobs ist allerdings als Einkommen zu sehen und wird bei der Berechnung Ihres Arbeitslosengeldes II berücksichtigt. Bestimmte Absetzungsbeträge wie Versicherungen, Fahrt- und Werbungskosten und eventuell auch Ausgaben für eine „Riester-Rente“ können aber geltend gemacht werden. Zudem gibt es einen Freibetrag von 15% bei Minijobs.

Für die Vermittlung von Kurzzeitjobs gibt es in allen Agenturen für Arbeit die JOB-Vermittlung. Erkundigen Sie sich vor Ort nach einer geringfügigen Beschäftigung.

Kann ich mehrere Minijobs gleichzeitig annehmen?
Ja, es wird jedoch Ihr Einkommen abzüglich der Freibeträge angerechnet.

Was passiert wenn ich mehr als 400 € verdiene?
Ab einem monatlichen Verdienst von 400,- € wird die Beschäftigung auch für Sie sozialversicherungs- und steuerpflichtig. Es wird geprüft, ob Ihr Einkommen ausreicht, um Ihren Lebensunterhalt zu decken und eine Hilfebedürftigkeit dann noch vorliegt.
Je nach der Höhe des Einkommens werden gestaffelte Freibeträge eingeräumt.

Bin ich unfall- und haftpflichtversichert?
Der Anbieter eines Minijobs ist verpflichtet, die Unfallversicherung und Betriebshaftpflicht für Sie sicherzustellen.


Redaktion von Spargelzeit.de
E-Mail info@spargelzeit.de

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