Spargel-Pflanze
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Spargel-Pflanze
       
    Spargel (griechisch, lateinisch - Asparagus)
Der Spargel ist eine Pflanzen-Gattung der Lilliengewächse. Angebaut in gemäßigten und subtropischen Gebieten erreicht diese Planzenart eine Höhe zwischen 0,30 cm bis zu 2 Meter. Rund 100 Spargelarten sind bekannt. In Europa heißt die gebräuchlichste Kulturart "Asparagus officinalis".

Die Spargelpflanze ist eine mehrjährige Staude, deren Wurzelstock viele dickfleischige Wurzeln ausbildet und deren oberirdische Teile im Herbst absterben.

Jedes Jahr im Frühjahr treiben aus den Knospen des ausdauernden Wurzelstockes wieder Sprossen (=Pflanzentriebe) nach oben aus. Die mit feinen schuppenförmigen Schutzblättern bedeckten Sprosse sind das, was als Spargelstangen in einer Länge von etwa 20 cm geerntet oder besser gesagt gestochen wird.
 
       
    Was sich beim Spargel "unter der Erde entwickelt  
  Wurzelstock (Rhizom)
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Der Wurzelstock besteht neben Saugwurzeln zu einem großen Teil aus Speicherwurzeln, die 40-50 cm lang werden.
 

 
  Wurzelstock, mit oberirdischen Trieben
(= Spargeljungpflanze)
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Am Wurzelstock entwickeln sich im Frühjahr aus Seitenknospen die Sprossen (=Pflanzentriebe). Dabei werden die aufrecht wachsenden, oberirdischen Hauptsprossen bei einer Länge von ca. 20 cm als Stangelspargel "gestochen".


Dieses "Stechen" bzw. die Ernte wird im Frühjahr durchgeführt. Die Stangen werden anschließend auf dem Markt verkauft.
Da Deutschland nur 40 % des Spargelverbrauchs aus einheimischen Spargelfeldern erwirtschaftet, muß der Rest importiert werden.

Wenn man die Hauptsprossen nicht bei ca. 20 cm abschneidet (Grünspargel) oder unter der Erde "sticht" (Weißspargel), entwickeln sich daraus bis zu zwei Meter hohe und dünne verzweigte Stengel mit kleinen, schuppenförmigen Blättern.
 

 
  Der Kopf des Spargelsprosses, welcher aus der Erde gewachsen ist, hat sich durch das Sonnenlicht bereits leicht violett gefärbt.
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    Was sich beim Spargel "über" der Erde entwickelt  
  Oberirdische Spargeltriebe mit Spargelkraut
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Der Grund für das traditionelle Ende der Ernte am 24. Juni liegt in der notwendigen Erholungszeit für die Spargelpflanze. Würde man nämliche alle treibenden Stangen aus dem Wurzelstock herausstechen, könnten keine Spargelstangen mehr aus der Erde herauswachsen.

Die aus der Erde nach oben treibenden bis zu zwei Meter langen Stangen werden grün und assimilieren (Bildung von Kohlenhydraten aus Kohlendioxid der Luft unter dem Einfluß von Sonnenlicht). Ohne die aufgenommen Nährstoffe würde die Spargelpflanze absterben.
 

 
  Spargelkraut
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Das Spargelkraut, welches aus den Spargelstangen wächst, wird bei gewerbsmäßig angebauten Spargel im Herbst abgeschnitten und verbrannt.

Das Spargelkraut führt während des Sommers durch Photosynthese dem Wurzelstock wichtige Nährstoffe zu, damit dieser im Frühjahr wieder kräftige Sprossen austreiben kann.
 

 
  Blüten bei den weiblichen Pflanzen
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Bei den weiblichen Pflanzen bilden sich Blüten, wenn die Spargelstangen während des Sommers hochwachsen. Die Blüten hängen wie unscheinbare Glöckchen zwischen den Zweigen.

Blütezeit ist im Juli/August. Der Spargel ist in der Regel zweihäusig, d.h. es gibt weibliche und männliche Pflanzen.

Aus den grünlichen Blüten entwickeln sich bei den weiblichen Pflanzen die 6-10 mm dicken, scharlachroten und giftigen Beeren.
 

 
  Blüte bei der Spargelpflanze
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  Spargel-Halbstrauch, mit Früchten
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Bei den hochwachsenden Spargelstangen tragen die weiblichen Pflanzen im Herbst rote Beeren, in denen sich die Samenkörner befinden.
 

 
  Zweig, mit roten Früchten bzw. Beeren
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Die weiblichen Spargelpflanzen tragen im Herbst rote Beeren, in denen sich die Samenkörner befinden. Die Beeren sind meist nur für die Züchter interessant. Die Landwirte kaufen nämlich im Regelfall von den Züchtern gleich die Spargeljungplanzen ein.

Die Züchter ziehen aus den Samen die jungen Spargelpflanzen. Dabei wird eine Auslese betrieben. Die roten Beeren dienen der Samenernte in der Zeit von Okober bis November. Hierbei wird der ganze Stengel abgeschnitten und die Beeren dann von den Zweigen abgestreift.

Vorsichtig werden diese dann in einem Behälter zerquetscht und anschließend mit Wasser übergossen, bis der Samen sauber ist. Beim letztmaligen Wasserwechsel gibt man etwas Kochsalz hinzu, um die keimfähigen Samen zu finden. Denn nur diese bleiben auf dem Boden des mit Wasser gefüllten Behälters liegen.

Die Spargel-Nachzucht aus Samen wird heute allerdings zunehmend durch Pflanzenteile, welche nachgezüchtet werden, ersetzt.
 

 
  Geöffnete Samenkapseln
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Meist sind die Samenkapseln nur für die Züchter interessant, welche daraus die Spargel-Wurzelstöcke gewinnen.

Die von den Züchtern aus den Samenkapseln gezogenen Wurzelstöcke werden von den Landwirten in großen Stückzahlen eingekauft. Die Stöcke werden dann im Frühjahr in die vorbereitenden Felder eingesetzt. Innerhalb von zwei Jahren entwickeln sich daraus prächtige Spargeljungpflanzen.

Der Neuanbau von Spargel findet im Regelfall alle 10 Jahre statt, weil der Spargel eine mehrjährige Staude ist.
 
       
    Die Ernte des Spargels
Mehr Informationen zur Ernte gibt es hier
 
  Ernte des Weißspargels
Der weiße Spargel wird unter der Erde bei einer Länge von etwa 20cm gestochen (abgeschnitten).
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  Ernte des Grünspargels
Der grüne Spargel wird über der Erde gestochen.
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  Weißer und grüner Spargel
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Es werden zwei Arten von Spargelstangen bei einer Länge von ca. 20 cm geerntet bzw. gestochen.

So gibt es den gebleichten Spargel, welcher sich unter einem Erdwall zu weißen Spargel entwickelt. Die Methode mit einem Schutzwall aus Erde wird seit dem 18. Jahrhundert praktiziert.

Ungebleichter Spargel, welcher keinen Sonnenschutz z.B. durch die Erde hat, wächst als Grünspargel heran. Bei Lichteinwirkung bildet der Spargel Farbstoffe, welche die Stange zunächst rötlich, später aber dann grün färben.

Beide Liliengewächse tragen den Namen "Asparagus officinales".

Der oberirdisch sprießende Grünspargel bevorzugt schwere Böden mit viel Feuchtigkeit. Bekannte Grünspargel-Anbaugebiete sind Baden, Pfalz, Regionen in Niedersachsen und Münsterland. Bis Ende des 18. Jahrhunderts war in Deutschland ausschließlich Grünspargel bekannt.
 

 
 

Echter Grünspargel
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Der "echte" Grünspargel ist allerdings eine eigene Züchtung. Nur dieser wird richtig grün, wenn er aus der Erde wächst. Wächst nämlich Weißspargel aus der Erde, nehmen die Spargelstangen eine Mischung aus violett und grün an.

Wenn Sie also selber Grünspargel anbauen wollen, müssen Sie den Züchter gezielt nach einer Grünspargelsorte fragen. Bewährt haben sich die Sorten "Steiniva". Auch "Spaganiva" oder "Steineo" sind zu empfehlen und können direkt beim Züchter oder im Fachhandel gekauft werden. Für weitere Infos zum Grünspargelanbau klicken Sie hier

Ein Blick in die USA zeigt, daß dort in erster Linie Grünspargel angebaut wird. Neben den unterschiedlichen Geschmäckern mag sicherlich auch die leichtere Ernte eine Rolle spielen. Grünspargel schmeckt etwas herzhafter als sein weißer Verwandter. Ebenso braucht der Grünspargel kaum geschält zu werden. Grüner Spargel eignet sich für fast alle Gerichte, die für weißen Spargel gelten.

Bereits Anfang Februar wird im Süden Kaliforniens der erste Grünspargel geerntet. Teilweise wird kalifornischer Spargel auch nach Europa exportiert. Mit Hilfe der Luftfracht wird dieser Spargel ca. 1-2 Tage nach dem Stechen bei uns angeboten.

Beim Grünspargel könnte die Ernte im Gegensatz zum dem mit der Hand gestochenen Weißspargel auch mit Maschinen durchgeführt werden.

Der Grünspargel wurde bereits von den Ägyptern, den Griechen und Römern angebaut. In Deutschland fand er um 1540 im oberrheinischen Tiefland seine Verbreitung.

 
     
  Violetter Spargel
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Eher selten ist der violette Spargel in Deutschland verbreitet. Im nebenstehenden Bild sehen Sie eine eigene Züchtung in violetter Farbe. Nicht zu verwechseln ist diese Sorte mit rötlich oder violett schimmernden Weißspargel, wenn dieser zu lange mit der Sonne Kontakt hatte. Der weiße Spargel verfärbt sich nämlich unter Lichteinwirkung durch Anthocyan schnell violett.
 
       
    Inhaltsstoffe von 100g essbarem Spargel
 
   
93,6g
Wasser
1,9g
Eiweiß
0,1g
Fett
2,9g
Kohlenhydrate
0,8g
Rohfaser
207mg
Kalium
20mg
Magnesium
21mg
Calcium
1,0mg
Eisen
46mg
Phospor
21mg
Vitamin C
     
18
kcal (=74 kj)
     
Geschmack des Spargels
Vanilin, Methylmerkaptan und schwefelhaltige ätherische Öle ergeben den typischen Spargelgeschmack.
 
       
   

Gesundheit
Rund 2% pflanzliches Eiweiß, viel Vitamin C und Vitamine der B-Gruppen sind in den nährstoffarmen Spargelstangen enthalten. Das Aroma wird durch den hohen Gehalt der freien Asparaginsäure bewirkt.
Weitere Infos zur Gesundheit finden Sie hier.


Spargelernte
Ein leichter, gut durchlüfteter Humosboden vereinfacht das Stechen der Spargel-Stangen. Die erste Voll-Ernte ist im 4. Jahr nach der Pflanzung. Oft kann bereits ab dem zweiten Jahr eine Teil-Ernte erfolgen. Die Ertragsdauer erstreckt sich zwischen 10 - 20 Jahren. Nach dem 10 Jahr nimmt die Spargelpflanze allerdings an Gewicht und Stärke ab. Beim wirtschaftlich arbeitenden Landwirt werden deshalb nach dem 10 Jahr neue Spargel-Jungpflanzen ausgebracht.


Die Spargelzeit (http://www.spargelzeit.de)
Die Spargelzeit erstreckt sich für die Ernte von Mitte April bis zum 24. Juni, dem Johannitag, ein Datum das traditionell von deutschen Spargelbauern eingehalten wird.

Eine behördliche Verordnung gibt es hier nicht. Das wäre auch kaum möglich, weil die Natur sich im Regelfall nicht daran halten würde. So kann die Spargelzeit sogar früher als am 24. Juni beendet werden, wenn der Spargel aufgrund einer "außergewöhnlich" warmen Witterung viel früher ausgetrieben hat.

Der vermeintliche 24. Juni wird im Regelfall von der Mehrheit der deutschen Spargel-Bauern eingehalten. Hintergrund ist die Tatsache, daß die Spargel-Sprossen über mehrere Jahre abgeerntet werden. Würde nun ein gewisser Raubbau betrieben und hätte die Spargelpflanze keine ausreichende Zeit zum regenerieren, würde die nächste Ernte vermutlich schwächer ausfallen.

Der Spargel kann, sofern er nach dem 24. Juni nicht mehr geerntet wird, auch die Photosynthese einleiten, bei der er Kraft für das nächste Jahr sammelt. Auch werden in der Schonzeit nach dem 24. Juni zahlreiche Nährstoffe im Wurzelstock angereichert.

Damit ist gewährleistet, daß die Spargel-Pflanze ausreichend neue sowie kräftige Sprossen in einem Zeitraum von 10 Jahren bildet.

Letztendlich ist der Termin als eine Ableitung von landwirtschaftlicher Ernteerfahrung und dem katholischen Jahrestag (Geburt Johannes des Täufers), welcher sich ganz gut eignet, die landwirtschaftliche Erkenntnis mit einem bedeutsamen Menschen zu verknüpfen.

Aus dem Ausland wird aber auch außerhalb dieser Zeit frischer Spargel nach Deutschland geliefert. So kann selbst ein Weihnachtsessen mit Spargel aus dem Süden von Europa, Afrika oder Amerika bereichert werden. Höchste Qualität und Frische erhält der Verbraucher aber, wenn er erntefrischen Spargel aus deutschem Anbau kauft.

 
     
    Es gibt beispielsweise folgende Spargelsorten:
Lucullus, Schwetzinger Meisterschuß, Huchels Leistungsauslese, Limburgia, Spaganiva, Ruhm von Braunschweig, Schrobenhausener Spargel u.v.a.
 
  Spargelanbaugebiete (Deutschland)
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Bedeutungsvolle Spargel-Anbaugebiete
sind in Deutschland:

Winsen an der Luhe, Braunschweig-Burgdorf, Volkach am Main, Nürnberger Spargelmarkt, Schrobenhausen, Karlsruhe, Schwetzingen, Walbeck am Niederrhein, Beelitz, Kutzleben, Uelzen, Hannover, u. a.
 
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